Biografie von Riemann

(im Wesentlichen übersetzt aus der Mathematiker-
Datenbank der University of St. Andrews, Schottland)

Adam Ries

Adam Ries
(auch Risz, Riesz, Ris oder Riese genannt)  

geboren:

   1492 in Staffelstein bei
   Bamberg in Oberfranken

gestorben:    30 März 1559 in Annaberg,
   Sachsen
 
   Aus der Vorlesung bekannt durch
  • Addition
  • Subtraktion
  • Multiplikation
  • Division

 

Adam Ries wird in der Vorlesung zwar nicht namentlich erwähnt, doch ist sein Einfluss auf die Mathematik schon sprichwörtlich. So sagt man zum Ergebnis einer Rechenaufgabe:

„Das macht nach Adam Ries ...“.

Grund dafür sind mehrere Rechenbücher, die Adam Ries verfasste. Die einflussreichsten davon waren  

 

Signum von Adam Ries

 

Wappen von Adam Ries

Zu Ries’ Zeiten hatte sich die indische Schreib-
weise für die Zahlen (Dezimalsystem) noch nicht
durchgesetzt, und in den meisten Ländern Euro-
pas war sie sogar noch verboten! In den älteren
Zahlsystemen war es jedoch außerordentlich
schwierig zu rechnen; so konnten sogar die meis-
ten Wissenschaftler und Ingenieure keine Divisio-
nen durchführen, und nur an einer einzigen Uni-
versität (Altdorf in der Nähe von Nürnberg) konnte
man die Kunst des Dividierens erlernen! Weit ver-
breitet waren daher Rechenbretter ähnlich dem
Abacus oder heutigen Kinderspielzeugen, bei de-
nen man durch Verschieben von Kugeln Rechnun-
gen durchführte (siehe Titelblatt des ersten Buchs).
Die genauen Methoden dazu (Rechnung auf den
Linien) beschreibt Ries in diesem ersten Buch.  
 
In den beiden anderen erklärt Ries darüber hinaus auch die uns heute geläufigen Methoden
des schriftlichen Addierens, Subtrahierens, Multiplizierens und Dividierens (Rechnung mit der
Feder). Alle drei Bücher wenden sich nicht an Akademiker, sondern an jedermann, was außer-
ordentlich erstaunlich ist in einer Zeit, in der selbst die wissenschaftliche Elite die behandelten
Rechenmethoden nicht vollständig beherrschte (s.o.).  
Ries’ Bücher wurden gedruckt (ein halbes Jahrhundert vor Ries hatte Gutenberg den Buchdruck
erfunden) und fanden weite Verbreitung. Kurz gesagt:  

Ries hat dem gemeinen Volk das Rechnen beigebracht!  
 

Weitere Bücher von Ries sind

  • das Algebra-Buch „Coß“ (1525)  
     
  • "Ein Gerechnet Büchlein auff den Schöffel,
    Eimer vnd Pfundgewicht" (1533), welches
    u.a. Tabellen enthielt, denen man den Preis
    für mehrere Einheiten entnehmen konnte,
    wenn man den Preis für eine Einheit kannte,
    und die 
     
  • "Annaberger Brotordnung" (1533), in der
    u.a. beschrieben wird, wie man das Ge-
    wicht eines Brotes bestimmt, wenn bei
    sich änderndem Preis für das Mehl der
    Brotpreis konstant bleiben soll.

Plakette von Adam Ries

 

Lebenslauf

  • 1492 geboren in Staffelstein in Oberfranken
  • 1517 erste urkundliche Erwähnung
  • 1518-22/23 Aufenthalt in Erfurt, u.a. als Rechenmeister und
             Hofarithmeticus; Bekanntschaft mit dem aus Annaberg
             stammenden Arzt und Universitätsgelehrten Georg Stortz
  • 1518 Druck des ersten Rechenbuches "Rechnung auff der linihen..."
  • 1522 Druck des zweiten Rechenbuches "Rechenung auff der linihen
             vnd federn..."
  •          Beginn der Arbeiten an der "Coß"
  • 1523 Übersiedlung als Bergbeamter nach Annaberg, dem bedeu-
             tenden Bergbauzentrum und mit rund 12000 Einwohnern der
             zweitgrößten Stadt des Königreichs Sachsen
  • 1524 Rezessschreiber im Bergamt Annaberg, Abschluss der ersten
             Fassung der "Coß"
  • 1525 Heirat, Kauf des Hauses in der Johannisgasse und Einrichtung
             der Rechenschule daselbst, Erwerb des Bürgerrechts
  • 1527-1535 Rezessschreiber in Marienberg
  • 1532 Gegenschreiber im Bergamt Annaberg
  • 1533 Abfassung der "Annaberger Brotordnung"
  • 1533-1539 Zehntner im Bergamt Geyer
  • 1539 Ernennung zum "Churfürstlich Sächsischen Hofarithmeticus"
  • 1541-1542 Kuxverleger für die "Fröhliche Gesellschaft"
  • 1544-1550 Arbeit an der zweiten Fassung der "Coß"
  • 1550 die " Rechenung nach der lenge/ auff den Linihen vnd Feder /
             Practica" genannt
    , erscheint in Leipzig
  • 1559 am 30. März in Annaberg gestorben